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Vom Virus Tansania infiziert

19.02.2011 - Usinger Anzeiger

Von Jens Demarczyk

Dirk Merkel und Jürgen Nussbaum von der Hausener Feuerwehr haben einen Hilfskonvoi nach Afrika begleitet

„Das war ein prägendes Erlebnis", fassen Dirk Merkel (33) und Jürgen Nussbaum (44) ihren 14-tägigen Besuch in Ostafrika zusammen. Die beiden Kameraden der Hausener Feuerwehr haben den Neu-Anspacher Hartmut Ring (61) bei seinem jüngsten Besuch in Tansania begleitet. Ende Januar koordinierte Ring dort mit Ehefrau Andrea den Beginn eines weiteren Entwicklungshilfe-Projektes des Idsteiner Vereins „People help People - One World".

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) entsteht in Moshi (900 km nördlich der Hauptstadt Darressalam) eine Trinkwasserversorgungsanlage für die Msareni-Grundschule (Usinger Anzeiger berichtete). „Nach der Ausschreibung und die Vergabe der Leistungen geht’s jetzt in die Vollen. Die finanzielle Unterstützung für das Projekt (75% von insgesamt 31.000 € Projektkosten) wurde Mitte Dezember vom BMZ genehmigt“, erklärte Ring dazu.

Merkel und Nussbaum, die solche Entwicklungshilfe-Arbeit erstmals hautnah erlebten, waren beeindruckt. „Wir haben in Ostafrika eine völlig neue Sicht auf unser eigenes Leben und dessen Wert bekommen“, beschrieb Nussbaum derweil seine Eindrücke aus Tansania. „Der Umgang mit einfachsten Dingen, mit Lebensmitteln, mit Einrichtungsgegenständen vermittelte uns eine neue Sicht“, ergänzte Merkel dazu. Die beiden Kameraden hatten nach ihrer Rückkehr viel zu erzählen. So gab es mit der Feuerwehr in Moshi mehrere Treffen, das ihnen einen Einblick in die Ausrüstung einer tansanischen Hilfstruppe gewährte. „Es war faszinierend, mit welch einfachen Mitteln sich die Kollegen dort behelfen müssen“, staunte Nussbaum.

Die beiden Deutschen sparten nicht mit Tipps für die tansanischen Kameraden beim Umgang mit ihrer Technik. Dass hierbei vieles auch Fassade ist, sah Merkel rasch und mit einem Schmunzeln: „Das Löschfahrzeug sieht von außen ganz passabel aus. Aber mit der Ordnung darin haperte es schon gewaltig.“ Die 20 Stunden Reisezeit nach Tansania für zwei Wochen auf dem "schwarzen Kontinent" lohnte sich demnach nicht nur, um die afrikanische Wildnis bei einer Kurz-Safari zu bestaunen. „Wir haben die Mentalität und die Lebensgewohnheiten der Menschen förmlich aufgesaugt“, so Nussbaum. Auch Kontakte zu knüpfen war denkbar einfach. „Das Netzwerk, auf das sich Hartmut seit Jahren verlassen kann, kam uns sicher zu Hilfe“, stellte Merkel rückblickend hierzu fest.

Aber auch abseits von Löschzügen und Schläuchen spürten die beiden viel Dankbarkeit. „Das Gefühl, wie kann ich helfen, entwickelte sich allein aus den Gesprächen. Man musste nichtmal konkret nachfragen, so bereitwillig erzählten uns die Menschen von ihrem Alltag“, beschrieb Merkel seine Eindrücke. Nussbaum schwärmte: „Das Spielzeug, das wir mitbrachten, sorgte für ganz groß Kinderaugen und unbeschwertes Lachen.“ Seinem Sohn erzählte er von seinen Erlebnissen. Der entschied nach Papas Berichten mit anderer Sicht auf das Thema Afrika: „Da will ich auch mal hin!“

Kaum in Deutschland zurück, können beide von Tansania nicht lassen. Dem Idsteiner Entwicklungshilfe-Verein "People help people" traten beide zwischenzeitlich bei. „Wir fahren in jedem Fall wieder nach Moshi“, steht für die beiden Feuerwehrleute fest. Hartmut Ring hatte ihnen vorher nicht zuviel versprochen: „Wir sind vom Virus Tansania infiziert erklärten beide!“

Den Originalbericht mit Bildern finden Sie hier.
 
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